Der GP-„Principal" ist formal selbständig, in der Regel als
Partner in einer Gruppenpraxis. Er wird vom National Health
Service (NHS) bezahlt.
Das britische Gesundheitssystem ist staatlich, der NHS wird aus
allgemeinen Steuermitteln finanziert. Eine besondere
"Gesundheitssteuer" gibt es genauso wenig wie Krankenkassen (wohl aber
private Versicherungen!).
Jeder Einwohner sollte sich mit einem GP "registrieren" lassen, egal ob
er gerade Behandlung braucht oder kerngesund ist. Viele jüngere Leute
haben "ihren" GP seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht gesehen,
bleiben aber registriert. (Zieht man in eine andere Gegend um, muss man
sich dort neu registrieren lassen). Nur eine Minderheit der Bevölkerung
ist nicht registriert.
Die Vergütung eines GP's durch
den NHS richtet sich grundsätzlich nach der Anzahl der
registrierten Patienten. Hinzu kommen Sonderprämien für gute
Versorgungsqualität. Wichtig ist, daß es grundsätzlich keine
Einzelleistungsvergütung gibt. Ob ein bestimmter Patient nun jede Woche
dreimal auf der Matte steht oder jahrelang nie gesehen wird – der GP
verdient prinzipiell das gleiche.
Ein Vollzeit-GP als Partner in eigener Praxis kann zwischen GBP 60.000
und 150.000 im Jahr verdienen, wobei der Mittelwert bei ca. GBP 90.000
liegt (brutto). Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im
Angestelltenverhältnis zu arbeiten – bei festen Arbeitszeiten und
bezahltem Urlaub, ohne betriebswirtschaftliches Risiko und ohne
Management-Aufgaben. Der Verdienst für einen angestellten GP ist etwa
um 25 bis 30 Prozent niedriger.
Die Vergütung für Notdienste ist landesweit sehr unterschiedlich. Für
Nachtdienste wird in der Regel mehr bezahlt als für Abend-Schichten und
an Wochenenden und an Feiertagen mehr als unter der Woche. Üblich sind
von ca. £ 45 bis über £ 80 pro Stunde, wobei ca. £ 60 ein Mittelmaß
ist. Angesichts dieser Stundensätze kann es für deutsche
Allgemeinmediziner schon attraktiv sein, für ein verlängertes
Wochenende nach Großbritannien zu fliegen. Allerdings sind diese
Stundensätze auch für Einheimische sehr attraktiv. Viele
Notdienst-Träger sind inzwischen dazu übergegangen, einen Stamm von
Ärzten zu regelmässigen Schichten zu verpflichten, denen man oft
Angestellten-Verträge anbietet. Ärzten von außerhalb werden somit nur
noch als „Lückenbüsser", oft sehr kurzfristig benötigt.